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Wie schnell kann ich abnehmen?

Autor: Isabell Voetz | Datum: 04.04.2009 | Kategorie: Abnehmen
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Wir planen nach dem, was wir wissen und
handeln nach dem, was wir glauben.
© Ernst Reinhardt, (*1932)

Ich kann mich noch sehr lebhaft daran erinnern, wie ich abends im Bett die Wochen gezählt habe. Wochen bis ich meine ungeliebten Kilos losgeworden bin. Wochen bis ich wirklich anfangen kann zu leben.
Ich kann mich noch sehr gut an einen solchen Abend mit 14 Jahren erinnern. Damals hatte ich bereits 86 Kilo drauf, die sich bis zu meinem 17-ten Lebensjahr auf stattliche 120 Frustkilos vermehrten.

Zuerst zählte ich die Wochen, die ich brauchen würde, um schlank zu sein, wenn ich jede Woche “nur” ein Kilo abnehmen würde. Mir war dieser Zeitraum aber dann meistens viel zu lang vorgekommen. Ich wollte damals auf 65 Kilo abmagern, was bei der Körpergröße von 184 cm (ich war da schon voll ausgewachsen!), völlig absurd war.

Also zählte ich wie viele Wochen es sein würden, wenn ich zwei Kilo pro Woche abnehmen könnte. Das ist wiederum vollkommen unmöglich, weiß ich Heute, denn ein Körper kann kontinuierlich keine vollen zwei Kilo “Gewicht”, ich meine noch nicht einmal “zwei Kilo reines Fett”, in einem so kurzem Zeitraum abbauen. Es sei denn…

Es sei denn, ich würde jeden Tag hungern und es sei denn mein Körper würde wundersamerweise seinen Stoffwechsel, trotz der Hungerperiode, wie bisher aufrecht erhalten.

Jeder der je gehungert hat, wird aus eigener Erfahrung bestätigen, dass er sich während dieser Zeit von Tag zu Tag kraftloser gefühlt hat. Das liegt daran, dass der gesamte Stoffwechsel auf Sparflamme umsteigt. Und wenn er/sie dieses Phänomen je hinterfragt hat, wird auch wissen, dass es absolut irrsinnig ist zu glauben, der Körper würde nichts gegen seine Misshandlung unternehmen. Dass man sich hierbei einfach nur besch…eiden fühlt, wollen wir hier ausser Acht lassen.

Ich habe eine Diät gemacht,
dem fetten Essen und Alkohol abgeschworen.
In zwei Wochen verlor ich 14 Tage!
(Joe E. Lewis)

Nun, meine Planungen beanspruchten jeden Abend die Zeit unmittelbar vor dem Einschlafen. Ich habe es mir, im Laufe der “Diät – Wahn – Jahre”, auch zur täglichen Gewohnheit gemacht die Kalorien und -Fettpunkte des Gegessenen vom Tag, zusammen zu addieren. Was meint ihr wie gut ich im Kopfrechnen bin? Das ist mir als Vorteil beim Feilschen auf den arabischen Märkten sehr nützlich. Man weiß ja nie wozu was jemals gut sein wird ;o)

Ich war, und bin bis Heute, großartig im Planen! Nur nützen tut es mir, nach wie vor, rein gar nichts! Doch damals schlief ich durch mein Planritual jedes Mal in der Gewissheit ein, dass ich Morgen mit “der Diät” anfangen würde. Es wurde mir zur liebsten Gewohnheit, welche mir täglich über die vorprogrammierte Enttäuschung des Tages hinweggetröstete.

Denn jeden Morgen am Wochenendem z.B., war es auch meine Gewohnheit, mir ein reichliches  Frühstück in der Mikrowelle zuzubereiten. Das geschah deshalb, weil ich doch immer am Montag mit “der Diät” anfangen wollte! Somit waren die Wochenenden voller “Henkersmahlzeiten”. Und hier sind die Zutaten eines sochen “Festmahls”:

8 Scheiben Weißbrot – Toast

8 Scheiben Salami und oder Schinken (Wie abwechslungsreich!)

8 Scheiben Goudakäse

Warum 8? Weil mehr nicht auf dem Mikrowellendrehteller rauf passten. Würden mehr drauf passen, würde ich auch mehr davon essen! Das Ganze schön warm gemacht in der Mikrowelle, so dass der Käse schmilzt. Nun, wurde das auch noch mit schlechtem Gewissen hastig vor der Glotze reingeschoben. Und das war erst der Anfang!

Gesundheitsreform: `Wir werden das Kind schon schaukeln……`,
sagte die Kanzlerin zu den Plänen. `
….so lange, bis es kotzt`, stimmte die Gesundheitsministerin ihr zu.
© Manfred Grau, (*1948)

Dafür aß ich in der Woche gar nichts zum Frühstück. Gegen 14:00 oder 15:00 Uhr kam ich dann, wie sollte es auch anders sein, vollkommen ausgehungert nach Hause. Und stürzte mich, wie ein verhungerndes Tier, auf den unschuldigen Kühlschrank. Ich nahm ihn förmlich aus und versank danach in vollgestopfter Apathie. Ja, das waren noch wilde Zeiten…

Innerhalb von drei Jahren, erreichte ich die Schallgrenze von 120 Kilo. Und ich habe es während all der Zeit keinen einzigen Tag geschafft meine zeitgestrafften Vorsätze vom Abend umzusetzen. Ganz im Gegenteil!
Je mehr ich mich bemühte, so schnell wie möglich an das ersehnte Schlankziel zu gelangen, desto mehr entfernte ich mich davon. Ich verlor nicht nur Zeit, aber auch mein Selbstvertrauen und zunehmend auch meiner Figur. Denn mit 120 Kilo Masse konnte ich bei mir nicht mehr von Kurven, sondern nur noch von Bergen sprechen.

Planen, Träumen, Vornehmen, Organisieren und das tatsächliche Tun, können manchmal so weit voneinander entfernt sein, wie die Sonne und der Mond. Zeit ist in der Tat relativ. Dennoch war ich damals noch ganz am Anfang meiner “Abnehm – Zunehmen – Karriere”! Und trotz all der Fettmasse und verqueren Essgewohnheiten habe ich es geschafft die schlanke Isabell in mir zu finden und gelernt sie ihren Job machen zu lassen.

Eine Teilnehmeraussage in “Das Geheimnis der Schlanken – Band I” (Leseprobe):

“Mir gehen in den letzten Tagen viele Gedanken durch den Kopf. Ich habe überlegt, was in den letzten 20 Jahren an meinem Leben anders war, als in den Jahren davor, als ich noch schlank war. Ich habe 20 Jahre meines Lebens damit verbracht mich von 90 kg auf 167 kg hoch zu hungern. Viele Diäten und Methoden liegen hinter mir und sie haben viele Kilos auf die Rippen gebracht. Ich hab mit meiner ersten Diät bei 5 Kilo Übergewicht angefangen und bin nach 20 Jahren bei 83 kg Übergewicht raus gekommen.

Nun, heute Morgen hat eine Kollegin von ihrer verstorbenen Oma erzählt. Diese Frau hat ihr ganzes Leben mit Spaß gelebt. Und dass in sehr viel schwierigeren Zeiten, als ich sie erlebt habe.

Die kurze Spanne des Lebens verbietet uns, auf weite Sicht zu planen.
(Quintus Horatius Flaccus in »Oden«)

Und was hab ich gemacht?

Ich habe mein Leben durch Planungen ersetzt. Alles musste kontrolliert, und geplant werden. Natürlich hat kein Plan die Umsetzung jemals erlebt. Es gibt einen klugen Spruch aus dem Militärbereich: “Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt”. Und so erging es auch meinen Plänen. Ob in ?nanzieller Hinsicht, oder was die Abnahme betrifft. Immer wieder gab es Stolpersteine, die dem Ganzen den Todesstoß versetzten. Ein Plan ist sehr konkret, der Plan funktioniert nicht,

wieder planen…

… oder Plan überprüfen, ob er noch in den vorgegebenen Bahnen funktioniert. Das ist fast so, als würde man sich jeden Tag auf die Waage stellen, als würde man sein Essen schon für ein Monat im Voraus festlegen. So in der Art. Und weißt Du, warum solche Detailplanungen meist nicht funktionieren? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Die Vergangenheit sollen wir bewältigen,
die Gegenwart leben und die Zukunft planen.
Wer hätte so viele Mitarbeiter?© Erhard Blanck, (*1942), Heilpraktiker

Das Leben lässt sich eben nicht in ein Schema pressen. Aber anstatt etwas daraus zu lernen, habe ich einen neuen Plan gemacht. Wieder mit demselben Ergebnis. Dabei habe ich eines die ganze Zeit über vergessen: Spaß am Leben zu haben. Meine Ziele verfolge ich weiterhin. Aber hier ist der Weg zum Ziel eben nicht bis ins Detail festgelegt. Und dieses Detailplanen fällt in Zukunft ?ach. Ich folge da lieber meinen Eingebungen und meiner Intuition.

Spaß am Leben steht von nun an im Mittelpunkt. Alles andere wird zur Seite geschoben. Keine Pläne mehr machen. Wieder die Freiheit gewinnen zu schalten und zu walten wie es mir in den Sinn kommt. Nicht mehr berechenbar und vor allem meinem Wesen selbst treu sein.

Meine Stärke ist es zu improvisieren. Ich habe Werkzeuge, die ich einsetze. Was ich nicht brauche, ist ein konkreter Lösungsweg. Viele Leute können nur etwas machen, wenn sie genau Schritt für Schritt wissen, was Sie tun müssen. Bei mir ist es eher so: Ich beschaffe mir die Information, was man mit den Werkzeugen machen kann und dann kannst Du mich auf ein Problem loslassen und ich löse es auf meine Weise. Das Ergebnis ist das gleiche, aber ich kann ?exibel auf Stolpersteine reagieren. Andere bleiben dann an diesem Punkt stecken. Planen passt so ganz und gar nicht zu meinem Wesen. Ich hab mich selbst unter Plänen beerdigt und das 20 Jahre lang. Schluss damit. “Carpe Diem”* wird ab sofort mein Leitfaden. (*Nutze den Tag)

Ich bin der Überzeugung, dass dies nicht nur mir gut tut, sondern auch meiner Umgebung. Auch essenstechnisch setzen sich bei mir grade ein paar Erkenntnisse durch, aber davon ein anders mal… (to be continued)”

Wenn Du der Meinung bist, dass eine Sache wert ist gemacht zu werden, dann mache sie gut, mache nichts, nur weil es alle andern auch tun. Hab keine Angst davor anders zu sein, ahme niemanden blind nach, folge nicht der Menge.
(Margaret Thatcher)

Grundsätzlich hat mir eine Erkenntnis geholfen. Es waren die schmerzhaften Erfahrungen, welche ich mit der Planung gemacht habe und die daraus resultierenden Zeitverluste.

Ich habe bei der Umsetzung der schlanken Lebensweise keine Pläne mehr gemacht, wann und wie viel ich abnehmen werde. Ich habe am Anfang, um ehrlich zu sein, auch diese Lebensweise als eine von vielen ganz sicher “scheiternden” Abnehmversuchen betrachtet.

So legte ich mich nicht so besonders ins Zeug und habe einfach JEDEN TAG etwas gemacht. Das “Wunder” ist geschehen!

Wenn ich mir den Zeitraum anschaue in dem ich schlank wurde, dann kann ich ehrlich behaupten, dass ich noch nie zuvor, mit so viel Vergnügen und Genuss am Essen und an mir, in einer so kurzen Zeit abgenommen habe. Der Hammer kommt noch! Ich bin schlank geblieben! Und ich habe weiterhin Spaß und Vergnügen, sowie Genuss am Essen und an mir!

Hier empfehle hier vom Herzen dieses sehr gut ausgearbeitete ALPHA-Video zum Thema “Zeit”. Darin sind zahlreiche alltagstauglich umsetzbare wertvollste Tipps zum Umgang mit sich und anderen, die man sonst in teuren Coachings oder Seminaren vermittelt bekommen. Hier ist es vollkommen gratis! Es lohnt sich sehr!

ZITAT: Sabine Sauer stellt in diesem Videobeitrag zusammen mit der bekannten Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl verschiedene Aspekte zum Thema “Zeit” vor, zum Beispiel unser Zeitempfinden; die Diskussion über die reale Existenz von Zeit; die Frage, ob wir in der Gegenwart leben; wie sich unser Leben in einer “Beschleunigungsgesellschaft” vollzieht; was Zeitlosigkeit für den Menschen bedeutet, und ob es eine “Befreiung” von Zeit geben kann. Zudem werden Tipps gegeben, um die Zeit bewusster zu erleben und sinnvoller zu nutzen.

Man kann die Uhren anhalten, nicht aber die Zeit.
(Bert Brecht)

Das Thema dieser Sendung beschäftigt uns 24 Stunden am Tag, rund um die Uhr: Die Zeit. Experten: Vera F. Birkenbihl, Dr. Henning von der Osten, Prof. Karlheinz Geißler «ZITAT ENDE

BR – Alpha – Sendung  “Zeit”

http://video.google.com/videoplay?docid=-7051854257123121143

Wieso gönnen wir uns den Genuss nicht sofort?
Wie oft wird die Freude durch Vorbereitungen verdorben,
durch törichte Vorbereitungen.
(Jane Austen)


von: Isabell Voetz

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