Das Fest der Liebe und der Familie naht. Zur Freude des einen, zum Leid des anderen. Denn, wo nicht so sehr wie in der Familie, ist es so schön gemeinsam zu feiern? Wo kann man sich so fallen lassen und so authentisch sein, wenn nicht unter den Fittichen der eigenen Familienmitglieder? Für die einen würde die Antwort lauten: „Na, eben nur dort bei den Verwandten!“ und ich behaupte hier einmal, für die Meisten von uns würde die Antwort lauten: „Na, ganz sicher nicht bei Onkel Heinz oder Oma Gerda!“.
Ist es nicht viel mehr so, dass in den meisten Fällen die Familie unser stärkster Kritiker ist? Die Schwiegermutter, die das erste Mal seit Monaten zu Weihnachten zu Besuch kommt und auf uns „herabblickt“. Diese Vorstellung alleine lässt bei nicht wenigen die Fußzehennägel kräuseln. Und wer dann auch noch den tadelnden Blick von ihr erntet und sieht, wie die „alte Schachtel“ dem Sohnemann oder der Tochter zuflüstert: „Habe ich es Dir nicht gesagt? Sie/Er wird aufgehen wie ein Hefekuchen, wenn Du Sie/Ihn heiratest. Ich hab`s Dir gesagt.. Ein Blick auf Ihre(n) Mutter/ Vater hat doch Bände gesagt! Jetzt hast Du den Salat, ähm…Pfannkuchen…“
Ja, ja, die liebe Familie. Ist das nicht nett, wenn sich alle im Kreise versammeln und dabei mit Blicken abtasten? Blicken die so giftig zu sein scheinen, wie die klebrigen Nesseln einer Qualle, die ihre Beute mit dem tödlichem Gift darin zur Strecke bringt? Weiterlesen


