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Hepatitis B – Kondome schützen!

Autor: Isabell Voetz | Datum: 10.09.2009 | Kategorie: Gesundheit
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Hepatitis B (HBV) + Hepatitis D (HDV)

Das Hepatitis B -Virus ist um ein Vielfaches infektiöser als AIDS – Virus! Rund 1/3* der gesamten Weltbevölkerung haben nach angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Hepatitis B-Infektion durchgemacht, nämlich weltweit über 2 Milliarden Menschen. Und rund 350 Millionen leben mit einer chronischen Hepatitis B-Infektion. (1) Bei 10 % der Erwachsenen und 90 % der Neugeborenen wird Hepatitis B chronisch! 50 % der Erkrankten leiden unter den Folgen einer Schrumpfleber die zum Leberkrebs ausarten kann. Die akute Hepatitis B heilt in 90 % der Fälle nach 6 Monaten aus. Ca.1% der Erkrankten verstirbt in der akuten Phase.

* Kleiner Exkurs: Wir sind laut der letzen Schätzung Anfang 2009 rund 6,75 Milliarden Menschen auf der Erde. 1804 war es noch nur 1 Milliarde Menschen und nur 170 Jahre später nämlich 1974 sind es 4 Milliarden Menschen gewesen! 1999 waren es bereits 6 Milliarden Erdenbürger und voraussichtlich 2012 wandeln rund 7 Milliarden Menschen auf der Welt.

Kondome

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Ansteckungsarten: durch Blut und sexuelle kontakte

Über die Körperflüssigkeiten und kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen gelangt das Virus in die Blutbahn.

  • ca. 50 % der Hepatitis B – Ansteckungen geschieht über sexuelle Kontakte (Kondome verwenden!)
  • Die Übertragung kann auch während der Geburt von der Mutter auf das Kind stattfinden
  • Nadeln aber auch unsterile Geräte für Maniküre / Pediküre sowie Tätowierungsnadeln können Überträger des Virus sein. (Hier beim Anbieter z. B. Nagelstudio nach der Art der Sterilisation der Arbeitsgeräte fragen bzw. ob diese nur einmal genutzt werden.)
  • Transfusion von Blut oder Blutprodukten wie Plasma und bei Dialysepatienten (Wobei hier streng kontrollierte Standarts der Hygiene herrschen!)

Ansteckungsorte:

  • Südostasien
  • Länder südlich der Sahara
  • Amazonas-Region

Inkubationszeit:
(Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit)

Inkubationszeit beträgt 1 – 6 Monate.

Symptome:

Bei 60% aller Erwachsenen sowie bei fast allen Neugeborenen und Kleinkindern verläuft eine Hepatitis B symptomfrei! Nicht zu vergessen bei 90 % der Neugeborenen wird die Hepatitis B chronisch! Darum wird sie auch als der “stille Killer” bezeichnet.

Symptome einer akuten Hepatitis B:

  • Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • geringfügige Temperaturerhöhung unter 38°

In weiteren Erkrankungsverlauf verfärbt sich die Haut gelb (Ikterus, Gelbsucht hält 4-8 Wochen an), wobei der Urin dunkel wird und der Stuhl hell (Lehmstuhl).

Chronische Hepatitis B (ansteckender Virusträger):

1. Aktive, chronische Hepatitis B
(Aktive, chronische Hepatitis B kann zu Leberzirrhose und Leberkrebsführen.)

2. Symptomlose, chronische Hepatitis B
(Regelmäßige Arztuntersuchung und Meidung leberbelastender Mittel ist angesagt!)

Beim chronisch, aktiven Verlauf können Gewebeproben die Schwere der Erkrankung aufzeigen.

  • symptomfreier Verlauf

oder mit:

  • Müdigkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Gelegentliches Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen
  • 50 % der Erkrankten leiden unter den Folgen einer Schrumpfleber
    (
    Zwischen der Ansteckung und der Entwicklung einer Schrumpfleber können bis zu 20 Jahre vergehen. Schrumpfleber oder Leberzirrhose ist der Untergang der Leberzellen, die durch Bindegeweszellen ersetzt werden. Wodurch die Funktion der Leber stark nachläst. )
    Aus einer Leberzirrhose kann sich Leberkrebs entwickeln. (Die Leber wächst unkontrolliert. Leberzellenkrebs heisst – HCC – hepatozelluläres Karzinom, Leberblutgefäßkrebs heisst – Angiosarkom)

  • Im Endstadium einer Hepatitis B kann eine Lebertransplantation helfen.
  • 5 % stecken sich zusätzlich mit dem Hepatitis D Virus (HDV) an, was bei 20 % der Erkrankten bis zu Leberversagenführt.

Bei chronischer Hepatitis B entwickeln sich gelegentlich “Leberhautzeichen” im Bereich der Haut und Schleimhaut:

  • glatte, rote Zunge
  • glatte, rote Lippen
  • Juckreiz
  • gerötete Handflächen
  • “Spider naevi” oder “Gefäßspinnen”/„Lebersternchen“

“Spider naevi” sind Gefäßneubildungen die “Gefäßspinnen” oder „Lebersternchen“ genannt werden. Es sind kleine, rote, punktartige, stecknadelkopfgroße Gefäßknötchen, von ihnen ausgehend ziehen sich kleine Gefäße wie Spinnenbeinchen nach Außen. Diese Hautveränderung treten meist im Gesicht (Schwangerschaft) und bei Lebererkrankungen am ganzen Körper auf.

Diagnostik:

Blutuntersuchung auf Antikörper gegen das Hepatitis B-Virus (HBV). Der Nachweis gibt Aufschluß, ob der Erkrankte ansteckend ist:

Virus-Antigen:
(engl. Antibody generating, sind Stoffe, an die sich Antikörper und bestimmte Weisse-Blutkörperchen-Rezeptoren spezifisch binden können, wodurch die Produktion von Antikörpern gegen das Antigen steigt.)

HBs-Ag –> akute oder chronische Hepatitis B

HBe-Ag –> akute oder chronische Hepatitis B

Antikörper: (Antikörper auch Immunglobuline genannt, sind Eiweiße die als Reaktion auf Antigene gebildet werden.)

Anti-HBs –> Ausheilung und / oder erfolgreiche Hepatitis B – Impfung

Anti-HBc-IgM –> Akute Hepatitis B

Anti-HBcIgG –> spätes, akutes Stadium sowie nach Abheilung der Hepatitis B

Virus-DNA

wenig Virus-DNA –> ruhende Infektion der Hepatitis B

viel Virus-DNA –> aktive chronische Hepatitis B

Blutuntersuchung: Folgende Leberwerte sind bei einer Hepatitis B – Infektion erhöht!

GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) bzw.
AST (Aspartat-Aminotransferase)
Das Enzym, das im Herzmuskel, im Skelettmuskel und in der Leberzelle in hohen Konzentrationen vorkommt.

GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) bzw.
ALT (Alanin-Aminotransferase)
Das Enzym ist auch bei Gallenwegserkrankungen zu finden.

Ein gleichzeitiger Anstieg von GOT und GPT weist auf Leberzellschäden.

Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase)
Das Enzym kommt in allen Organen vor und eine erhöhte Konzentration im Serum weist auf eine Leberzellschädigung oder Gallenwegsschaden hin.
Dieser Parameter ist manchmal der einzige Hinweis im Blut auf einen Leberzellenschaden, weil er bei den geringsten Schäden erhöht ist!

AP (Alkalische Phosphatase) ist in allen Körperzellen.
Die AP und Gamma-GT zeigen einen Gallenstau in- und außerhalb der Leber an.

NORMALE Leberwerte

GOT Männer bis 50 U/l Frauen bis 35 U/l

GPT Männer bis 50 U/l Frauen bis 35 U/l

Gamma-GT Männer bis 55 U/l Frauen bis 38 U/l

AP Erwachsene 30-120 U/l

Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) wird bei Verdacht und Hepatitis B – Erkrankungen durchgeführt.

Impfung gegen Hepatitis B:

Seit 1995 gibt es allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die Impfkosten übernimmt die Krankenkasse und in Heil- und Pflegeberufen sogar der Arbeitgeber.

Kombinierter Hepatitis A und B – Impfstoff heisst Twinrix (R)

Für die Grundimmunisierung aktive Impfung:

  • 3 Injektionen
  • 2-4 Wochen nach der ersten Dosis ist der Impfschutz sehr zuverlässig
  • Auffrischung nach 6-12 Monaten bewirkt einen Langzeitschutz
  • Impfschutz hält bis zu 10 Jahre an

Therapie:

  • Behandlung ist symptombezogen
  • körperliche Schonung mit Bettruhe
  • Alkohol- und Medikamenteneinnahme nur erlaubt wenn die Leber dadurch nicht beansprucht wird.
  • Beim sehr schweren Verlauf akuter Hepatitis B wird das Virustatikum – Lamivudin (R) angewendet.

Therapie der aktiven, chronischen Hepatitis B:

Bei ca. 75% der Hepatitis B – Fälle, die monatelang, medikamentös behandelt wurden, heilt die Erkrankung vollständig aus. Virustatika hemmen die Vermehrung der Hepatitisviren

  • Lamivudin
  • Entcavir
  • Telbivudin
  • Adefovir (2)

Andere Therapieverfahren:

Interferone (engl. to interfere: eingreifen, sich einmischen), sind Eiweiß-Zucker-Verbindungen (Glykoproteine), welche vom Immunsystem in weißen Blutkörperchen gebildet werden, um der Vermehrung des Virus entgegen zu wirken. Interferon alfa ist der Botenstoff bei der Bekämpfung von Hepatitis C-Viren und wirkt immunstimulierend, antiviral und antitumoral. Durch eine Interferon-Therapie wird das Immunsystem unterstützt im Kampf gegen das Hepatitis B & C -Virus.

Interferone (engl. to interfere: eingreifen, sich einmischen), sind Eiweiß-Zucker-Verbindungen (Glykoproteine), welche vom Immunsystem in weißen Blutkörperchen gebildet werden, um der Vermehrung des Virus entgegen zu wirken. Interferon alfa ist der Botenstoff bei der Bekämpfung von Hepatitis C-Viren und wirkt immunstimulierend, antiviral und antitumoral. Durch eine Interferon-Therapie wird das Immunsystem unterstützt im Kampf gegen das Hepatitis B & C -Virus.

Über Monate hinweg 3 x am Tag unter die Haut gespritzt führt die Therapie mit interferonen bei ca. 30 % der Behandelten zu einer Besserung der Hepatitis B. Eine konsequent durchgeführte Therapie erhöht die Heilungschance um ca.10 %.

Pegylierte Interferone (Depotpräparate) können 1 x Wo. in die Oberschenkel oder in der Bauchregion unter die Haut gespritzt werden. Pegyliertes Interferon alfa hat eine gesteigerte Wirksamkeit durch eine Art Schutzmantel aus Poly-Ethylen-Glykol-Ketten. Pegylierung ist die Ankopplung dieser PEG-Ketten an das Interferon alfa-Molekül, wodurch es langsamer, gleichmäßiger und dabei mit hohem Wirkspiegel im Blut abgebaut wird.Die Therapie mit pegyliertem Interferon wird durch den gleichmäßigen Wirkspiegel und die Hemmung der Vermehrung des Virus besser vertragen und bringt höhere Heilungserfolge.(3)
(1) Quelle: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs204/en/
(2) Quelle: http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Hepatitis/Therapie/Hepatitis-B-Therapie-7532.html
(3) Quelle: http://www.hepatitis-c.de/medikamente.htm

Quellen:
www.netdoktor.de
www.who.int


von: Isabell Voetz

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