Glück findet man nicht im Kühlregal!
Keine Kommentare, jetzt einen schreiben »
“Ich habe die Frage “Was macht mich glücklich?” mal vor dem Kühlregal angewendet.
Pudding ist lecker – macht aber nicht wirklich glücklich, sondern eigentlich nur satt. Satt sein bedeutet für den Körper doch eigentlich nur, dass er mal eine Weile keine Angst haben muss zu verhungern. Keinen Grund zur Euphorie, finde mich. Satt und gut ist.
Das erreichte Glück währt auch nur sehr kurz – eben bis man wieder Hunger hat. Satt sein ist obendrein ein ziemlich käufliches Gefühl. Man legt ein paar Cent auf den Tisch und marschiert mit einem Haufen Pudding nach Hause. Fernseher an und schon zeigt uns die Werbung wie wir uns beim Verzehr perser Lebensmittel fühlen werden.
Fühlen wir uns so?
Ich kann mich nicht erinnern, das meine Großmutter mit ihrem Topf selbst gekochten Eintopf durchs Haus
geschwebt ist und jedem erzählt hat wie glücklich wir gleich alle sein werden, wenn wir davon gegessen haben. Oder das wir dann bald so aussehen werden wie Sie (keiner hätte es dann gegessen). Einen lacheren Bauch hat sie uns auch nie versprochen. Wir haben einfach nur gegessen, weil wir Hunger hatten, ohne das mit irgendeinem anderen Gefühl zu verbinden, als dem das es schön ist gemeinsam am Tisch zu sitzen und uns zu erzählen was der Tag so gebracht hat.
Heutzutage wird alles emotionalisiert.
Das Essen genauso wie die Benutzen des Deodorants am Morgen. Alles will uns glücklich machen, verführerisch, liebenswert, intelligent, charmant und was weiß ich noch alles. Das ganze Glück dieser Welt wurde von Firma X in eine Tüte Chips gepackt – Du musst sie nur essen.
Nur für Dich rasen keine niedliche Bären die Alpen runter um eine Kanne Milch bei einem netten Bergbauern abzugeben der daraus dann für alle Supermärkte Deutschlands den Pudding noch allein mit dem Holzlöffel rührt.
Die Kunst der Verführung. Hat schon bei Adam und Eva und dem Apfel geklappt. Und damals war es nur ein schnöder Apfel! Vermutlich Bio.
Einfaches kann sehr verführerisch sein und das Glück findet man nicht im Kühlregal.”, schreibt sehr treffend eine unserer Teilnehmerinnen.
Obwohl der Begriff “Sucht” nicht von “suchen” kommt, sondern vom ”siechen” steht psychologisch hinter der Sucht immer eine stellvertretende Suche nach Beziehung, Liebe, Glück, Kontakt, Lust, Zufriedenheit etc., die in der Regel auf diesem Weg langfristig erfolglos bleibt.
Der Süchtige wird in der Sucht niemals finden, was er sucht.
(© Helga Schäferling)
Bei Abhängigkeit und Sucht handelt es sich um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit unterschieden wird. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Ersatzhandlung, bei der die geistige und emotionale Energie auf die Auseinandersetzung mit dem Suchtmittel gerichtet ist.
SUCHT: Das ewige Suchen.
(© Helga Schäferling)
Die Essanfälle treten an mind. zwei Tagen pro Woche auf. Es besteht ein deutliches Leiden und Scham welches davon abhält Hilfe anzunehmen. Auf die Essanfälle folgen nicht immer Maßnahmen welche einer Gewichtszunahme entgegensteuern. Doch nicht selten werden Abführmittel, diverse Tabletten oder excessiver Sport bzw. Erbrechen genutzt.
Wesentlich schneller zu essen als normal, vor allem wenn alleine gegessen wird, ist ein Merkmal einer Sucht nach Essen. Das sssen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl ohne zu spüren wie das Gegessene sich anfühlt, aussieht, riecht oder schmeckt.
Sehnsucht wird Sucht, wenn sie unsinnig sucht.
(© Dr. phil. Manfred Hinrich)
Alleine essen aus Verlegenheit über die Menge, die man aufnimmt. Scham hierfür. Wobei man bedenken muss, wenn man sich dessen schämt zu essen wird diese Scham immer und immer wieder die Gefühle verätzen, denn essen müssen wir Tag für Tag.
Ekelgefühle gegenüber sich selbst, Deprimiertheit oder große Schuldgefühle nach einem Fressanfall und nicht selten solche führen wieder zu einem Fressanfall.
Eine Essattacke ist, wenn in einem abgrenzbaren Zeitraum eine Nahrungsmenge gegessen wird, die wesentlich größer ist, als die meisten Menschen in diesem Zeitraum aus körperlichen Energiemangel her essen würden.
Wenn es zu einem Kontrollverlust beim essen kommt, z. B. zu dem Gefühl, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu essen und auch nicht mehr steuern kann, was und wie viel davon man zu sich nimmt und man erst dann aufhört wenn das körperliche Füllvermögen ausgeschöpft ist, was bedeutet bis es schmerzt.
Wenn man mehr oder zuviel isst, wenn seelische Probleme wie: Kummer haben oder Ablehnung vorhanden sind.
Jede Sucht ist eigentlich eine Sucht nach schlechten Gefühlen,
nach künstlichen schlechten Gefühlen. Läßt man das Suchtmittel weg,
fallen diese weg und die echten schmerzlichen Gefühle drängen sich an die Oberfläche.
(© Romana Prinoth Fornwagner)
Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten haben gelernt, dass Hunger von anderen Zuständen des Unwohlseins abzulenken vermag. so hat man sich angewöhnt zu essen wenn es einem in irgendeiner Weise schlecht geht, was jedem passiert! Wenn man das gelernt hat dann verlernt man schliesslich zu unterscheiden ob man körperlichen Hunger hat, wann man wirklich satt ist und wann es lediglich die Gefühle sind die befriedigt werden wollen. Dann beginnt man zu essen wenn es nur genug Anreiz hierfür gibt ganz gleich, ob positiv oder negativ. Denn wenn man merkt dass das essen gut tun kann wird man auch ganz leicht feststellen, dasss man damit nicht nur Schlechtes betäubt sondern sich auch noch belohnen kann wenn es einem sowiesogut get. So ist man quasi fas ununterbrochen.
Die Sucht sucht nicht mehr.
(© Peter Rudl)
Die Notwendigkeit menschlicher Kontakte und oft auch die Anforderungen des Alltags zu meistern werden zunehmend missachtet. Die sucht ganz gleich welcher art beherrscht zunehmend das Denken und Handeln. Dies gilt sowohl für die stofflichen Süchte mit körperlicher Abhängigkeit (Essen, Rauchen, Alkohol, Drogen), als auch für die nichtstofflichen Süchte bei psychischer abhängigkeit (Sexsucht).
Bei den nichtstofflichen ist das Suchtmittel die Beschäftigung mit beispielsweise Arbeit, Essen, Sex, Computer usw. Wie bei allen Süchten sind die Suchtmittel veränderlich und die vielfältigen Formen der Süchte können ineinander übergehen und sich vermischen.
Manche Süchtige leben ihre Sucht für sich alleine. Sammelsüchtige z.B. ziehen sich manchmal ganz zurück und schränken ihren Wohnraum soweit ein, dass ihnen nur noch wenige Quadratmeter Bewegungsfreiheit bleiben. Andere leben ihre Sucht auch in Gruppen mit Gleichgesinnten (Spielsucht, Esssucht, Arbeitssucht) aus. Computersüchtige leben ihre Sucht in künstlichen (virtuellen) Gruppen. Allen gemeinsam ist die Verleugnung ihrer Abhängigkeit vor sich selbst und vor andern. Manche Süchte werden gesellschaftlich sogar belohnt (Arbeitssucht, Co-Abhängigkeit).
Bulimie und Magersucht gelten mittlerweile als regelrechter Beweis
für das Vorhandensein eines wertvollen Charakters.
(Die Chefarztfrau)
Verhaltenssucht ist eine relativ neue Bezeichnung für exzessive Verhaltensweisen, die Merkmale einer psychischen Abhängigkeit aufweisen und von Betroffenen willentlich nicht mehr vollständig kontrolliert werden können. Teilweise werden auch Essstörungen als Verhaltenssucht aufgefasst. Beispiele sind Arbeitssucht, Kaufsucht, Sportsucht oder Sexsucht. Die Einordnung von Verhaltensweisen als Sucht ist in der Wissenschaft umstritten, bisher gibt es keine offiziellen Diagnosekriterien.
Und wir?
Wir leiden unter psychischen Entzugserscheinungen, wenn wir an dem von uns exzessiv ausgeübten Verhalten gehindert werden. Das exzessive Verhalten stimuliere nämlich bisher das limbische System im Gehirn, wodurch Hormone wie Endorphine ausgeschüttet wurden, was als angenehm erlebt wird.
Die Verhaltenssucht werde dazu benutzt, unangenehme Gefühle wie Ängste und Frustration sowie Stress zu verdrängen und die Auseinandersetzung damit zu vermeiden. Auch dadurch ähnelt eine Verhaltenssucht einer stoffgebundenen Abhängigkeit wie beispielsweise Alkoholismus.
Sucht ist der Endzustand der Mißhandlung.
(Verfasser unbekannt)
Eine Teilnehmerin schrieb:
Das Problem daran ist meines Erachtens, daß es dafür keine gesellschaftliche Akzeptanz gibt – und die Betroffenen es daher auch ganz schwer nur sich selber eingestehen können!
Genau wie der Alkoholiker, der erst am Boden im Dreck liegen muß bis er einsieht, daß es so nicht weiter geht…wie weit geht das bei Dicken?
Ich habe das Wort im Zusammenhang mit meinem Dicksein auch nicht benutzt, mir war es gar nicht klar, und auch jetzt, wenn ich hier schreibe, kommt etwas beschämendes dazu, eine angerührte Peinlichkeit.
Auf der anderen Seite ist es so, daß damit viele Dinge erklärbarer werden.
Auch das Wort Schokoladensucht ruft, erwähnt man es in seinem Bekanntenkreis, eher ein Grinsen hervor als wahre Anteilnahme. Weil jeder meint, seine Gier und Begierde hinter so einem niedlichen Wort verstecken zu wollen. Auch, als mich vor vielen Jahren eine ernährungsberaterin mit diesem Begriff konfrontierte, wies ich das weit von mich…
Und auch jetzt hinterläßt die Aussage: “Ich bin süchtig!” nur einen negativen Beigeschmaack… aber das sind nur meine Empfindungen, mit denen ich diese Begriffe belegt habe.
Ein Seminar- Teilnehmer schrieb:
Zur Suchtbewältigung einer Esssucht (so man es dann als Sucht ansieht) habe ich mal ein gutes Buch gelesen. Titel: “Vom Junkie zum Ironman” von Andreas Niedrig
Es ging darin um einen Mann, der es geschafft hat von seiner Heroinsucht loszukommen indem er sich für die sich auftuende Leere einen neue Beschäftigung gesucht hat, die ihn erfüllt.
Er hat angefangen für den Ironman zu trainieren und ist sogar gut darin, weil er dieser Beschäftigung mit der gleichen Tatkraft angeht, die er früher für seine Sucht aufgebracht hat. Sein Motto lautet heute: “Du kannst alles schaffen, Du musst es nur wollen und tun!
…was ich noch sagen wollte: das leben ist einfach schön.” Das ist in meinen Augen auch die Lösung.
Suche Dir eine Beschäftigung, die Deinen Seelenhunger stillt
und widme Dich ihr mit der gleichen Begeisterung,
die Du früher für das Essen aufgebracht hast.
Bilder:www.photocase.de
| von: Andreas Voetz |
Themenbereich: Stichworte: |
Abnehmen, Psychologie Abnehmen, Gesundheit, Psychologie, Sucht |
Kommentar schreiben
Trackback-URL
|
||

Neue Kommentare
In: An die alten Hasen: Soll das Forum reaktiviert werden?
In: Wie ich essen lernte und durch Kauen abgenommen habe
In: Schweinegrippe-Impfstoff von Novartis scheint zu wirken
In: LED Lenser M7R – Multifunktionaler Allrounder
In: Keine Spritzen, keine Pillen, lediglich WORTE