“Wer über die Krankheit Hepatitis C bescheid weiss, kann aufgeklärt und gut beraten durch das Leben mit einer Krankheit gehen. Hysterie und Panik kann es nur geben, wo es keine Aufklärung, Beratung und Information gibt! “(www.hepatitis-c.de)
Hepatitis C (HCV)
Bis 1988 kannte man nur das Hepatitis A (HAV) und B-Virus (HBV). Das Hepatitis C-Virus (HCV) ist erst seit 1989 bekannt und die Infektion mittels Blutuntersuchungen zu indentifizieren. Erst seit 1991 werden Blutkonserven auf Hepatitis C-Viren getestet. Zuvor fanden zahlreiche Übertragungen des Hepatitis C- Virus über Bluttransfusionen statt. Laut Meldung vom Februar 2009 wurden aktuell kostengünstige Hepatitis C -Bluttests für Blutkonserven gefunden. Was erschreckend ist, ist folgende Tatsache: Zitatquelle: “In Brasilien kostet ein handelsüblicher Hepatitis C-Test mehr als 100 Dollar pro Probe – wir liegen dagegen bei knapp 19 Dollar”, erklärt Dr. Jan Felix Drexler. “Davon sind zehn Dollar Lizenzgebühren - mehrere große Pharmafirmen halten Patente auf das Genom des Hepatitis C-Virus.”
Was passiert bei einer Hepatitis C (HCV) Infektion?
”Nach Angaben der WHO sind etwa 170 Millionen Menschen (3%) weltweit mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Man schätzt, dass in Europa über 9 Millionen Menschen mit diesem Virus infiziert sind. Die Schätzungen für Deutschland liegen in einer Größenordnung von 400.000 bis 800.000 Personen, wobei pro Jahr mehrere Tausend Neuinfizierte hinzukommen. Da jedoch viele Infektionen nur eine milde Symptomatik aufweisen und daher unbemerkt verlaufen, liegt die Zahl der Neuinfizierten wahrscheinlich wesentlich höher.” berichtet www.hepatitis.de. Es heisst, dass bis zu 85 % der Leberkrebserkrankungen sich aus einer chronischen Hepatitis C entwickeln.
Ansteckungsarten:
Hepatitis C wird vorrangig parenteral* über das Blut übertragen. Es kann bis zu 3 Monaten im getrockneten Blut überleben! Sexuelle Kontakte tragen nur in 1-3 % der Fälle zur Ansteckung mit Hepatitis C bei, im Gegensatz zu Hepatitis B mit ca. 50% der sexuellen Übertragungsrate!
*Parenteral bedeutet „unter Umgehung des Magen – Darmes – Traktes“. Ein parenteraler Ausbreitungsweg einer Krankheit wie Hepatitis B & C oder der Malaria ist z. B. mit einer Spritze in eine Vene, Arterie, Muskel, den Liquorraum des Rückenmarks oder unter die Haut, möglich. Entscheidend für den Ausbruch der Krankheit ist die Menge der Hepatitis C – Viren die aufgenommen wurden (Viruslast).
Übertragungen des HCV findet auch statt durch:
- Gemeinsames Nutzen von Nassrasierern, Nagelscheren und Zahnbürsten
- Unsterile Tätowier- und Piercingwerkzeuge, Ohrlochstechen
- Drogenkonsum bei dem ein Tausch der Applikationsröhrchen stattfindet
- Nadeln, Kanülen, Skalpell
Ansteckend sind frisch als auch chronisch erkrankte Menschen und symptomfreie Virusträger.
Inkubationszeit: (Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit)
ca. 2–26 Wochen.
Diagnostikverfahren des Hepatitis C – Virus in Reihenfolge:
- Nachweis der erhöhten Blutwerte: GOT, GPT, Gamma-GT und AP
- Nachweis mittels des ELSA-Tests der spezifischen Antikörper gegen HCV
- Direkter Nachweis des HCV mittels des qualitativen PCR-Tests (Genotypbestimmung)
- Direkter Nachweis des HCV mittels des quantitativen PCR-Tests (Viruslast)
- Leberbiopsie
- Sonographie
1. Blutuntersuchung: Folgende Leberwerte sind bei einer Hepatitis C – Infektion erhöht!
GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) bzw.
AST (Aspartat-Aminotransferase)
Das Enzym, das im Herzmuskel, im Skelettmuskel und in der Leberzelle in hohen Konzentrationen vorkommt.
GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) bzw.
ALT (Alanin-Aminotransferase)
Das Enzym ist auch bei Gallenwegserkrankungen zu finden.
Ein gleichzeitiger Anstieg von GOT und GPT weist auf Leberzellschäden hin.
Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase)
Das Enzym kommt in allen Organen vor und eine erhöhte Konzentration im Serum weist auf eine Leberzellschädigung oder Gallenwegsschaden hin.
Dieser Parameter ist manchmal der einzige Hinweis im Blut auf einen Leberzellenschaden, weil er bei den geringsten Schäden erhöht ist!
AP (Alkalische Phosphatase) ist in allen Körperzellen.
Die AP und Gamma-GT zeigen einen Gallenstau in- und außerhalb der Leber an.
NORMALE Leber – Blut – Werte
GOT Männer bis 50 U/l Frauen bis 35 U/l
GPT Männer bis 50 U/l Frauen bis 35 U/l
Gamma-GT Männer bis 55 U/l Frauen bis 38 U/l
AP Erwachsene 30-120 U/l
- Mit dem ELISA-Tests (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) können, ca. 3 Monate nach der Infektion, die spezifischen Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV-AK) nachgewiesen werden. Nach einer überwundenen Hepatitis C – Erkrankung können die Antikörper jahrzehntelang nachgewiesen werden, das ist jedoch kein Zeichen der Aktivität der Erkrankung, darum muss zusätzlich der PCR – Test gemacht werden..
- Die Virenlast und die Genotypen des Virus sind wichtige Parameter für die Erstellung einer Therapie. Wenn Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus gefunden wurden, wird der PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) gemacht, so können bestimmte Träger der Erbsubstanz ( RNS-Sequenzen) des Hepatitis-C-Virus im Blut nachgewiesen werden, was eine eindeutige Diagnose gewährleistet.
- Der qualitative PCR-Test sagt nachweislich aus, welche genetische Variation (Genotyp) des Hepatitis C vorliegt. Es werden derzeit mind. 6 HCV-Genotypen und ca. 100 Untertypen unterschieden.
- Der quantitative PCR-Test gibt die Viruslast an, das ist die Anzahl der Hepatitis-C-Viren, die in 1 Milliliter Körperflüssigkeit nachweisbar sind.
- Leberbiopsie. Beim chronisch, aktiven Verlauf können Gewebeproben die Schwere ( Bereits vorhandenen Leberzellschäden) der Erkrankung aufzeigen.
- Sonographie: “Eine gesunde Leber ist eckig, wenn sie aber von Hepatitis C befallen wird, erscheinen die Ecken bei der Ultraschalluntersuchung abgerundet. Wenn sich der Zustand einer Leber ändert, verändert sich entsprechend ihre Form.” schreibt der inzwischen 105-jährige japanische Mediziner Dr. Nobue Shioya in seinem Buch “Der Jungbrunnen des Dr. Shioya”
Symptome:
Die akuten Hepatitis C -Symptome sind unspezifisch wie beim Grippevirus:
- Durchfall und Appetitlosigkeit
- Müdigkeit und Schlafbedürfnis
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Nachtschweiß
- Durch die Schwellung der Leber kann es zu Schmerzen im rechten Oberbauch kommen
Nur bei etwa 20% der akut Erkrankten kommt es zur Gelbsucht (Ikterus), wobei der Urin dunkel wird und der Stuhl hell (Lehmstuhl).
Der Ikterus ist ein „gutes“ Zeichen, denn 30 % der Erkrankten werden wieder nach der akuten Krankheitsphase ohne bleibende Schäden vollkommen gesund.
Chronische Hepatitis C
70 % der Infizierten bleiben an Hepatitis – C chronisch krank und 20-30 % davon entwickeln innerhalb von 30 Jahren Leberschäden, wie Leberzirrhose oder Leberkrebs.
Chronische Hepatitis C kann aber auch völlig symptomfrei verlaufen, dabei ist es äußerst wichtig, durch regelmäßige Tests, die Infektion frühzeitig zu bemerken, um die Leberschäden im Rahmen zu halten.
Hepatitis A & C
Therapie:
Je früher, desto besser! Je jünger und gesünder der Erkrankte ist, desto besser .Eine konsequent durchgeführte Therapie erhöht die Heilungschance um ca.10 %. Ziel einer Hepatitis C – Therapie ist das Erreichen der Virusfreiheit SVR (sustained virological response) was mit Heilung gleichzusetzen ist und man ist nicht mehr ansteckend. Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin. Je nach Genotyp werden so 50 – 90 % geheilt. Ohne die genaue Bestimmung des Genotyps lassen sich die Heilungsaussichten nicht beurteilen.
Bei der Therapie der Hepatitis C ist das virologische Ansprechen unter Therapie entscheidend für den Heilerfolg. Es gibt bislang 3 Formen des virologischen Ansprechens unter Therapie:
SVR:
Nach 24 Wochen nach Therapieende Virusfreiheit.
Zitatquelle: “Eine aktuelle Auswertung von Patienten, die in den Zulassungsstudien behandelt wurden und bis zu 5 Jahren nachbeobachtet werden konnten, zeigte, dass 99 % aller Patienten mit SVR weiterhin virusfrei blieben. Damit ist die SVR mit Heilung gleichzusetzen. (Swain MG et al., 2007, EASL Abstract 1).”
RVR:
Die Viruslast fällt nach 4 Wochen Therapie unter die Nachweisgrenze:
RVR (rapid virological response)
EVR:
Die Viruslast ist nach 4 Wochen Therapie noch nachweisbar und nach 12 Wochen Therapie unter der Nachweisgrenze: EVR (early virological response)
pEVR:
Die Viruslast ist nach 12 Therapiewochen nachweisbar, allerdings vergleichsweise um mind. 99 % abgefallen und bis zur 24. Therapiewoche Virusfreiheit:
pEVR (partial early virological responde; Langsame Responder)
Non-Response (Keine Antwort):
Wenn nach 12 Wochen Therapie ein Viruslastabfall von weniger als 99 % da ist, bedeutet es, dass die Kombinationstherapie nicht anspricht und die Heilungschancen fallen. Arzt empfiehlt dann überwiegend, die Therapie abzubrechen.
Breakthrough (Durchbruch des Virus):
Wenn die Viruslast mal unter der Nachweisgrenze war und dann trotz fortgesetzter Therapie wieder nachweisbar ist.
EoT (End-of-treatment-response):
Die Viruslast des Patienten ist am Ende der Behandlungszeit unter der Nachweisgrenze.
Relapse (Rückfall):
Bis zu 30 % der Erkrankten erleiden einen Rückfall, je nach Viruslast und Genotyp. Ein rückfall tritt überwiegend innerhalb der ersten 12 Wochen nach einem erfolgreichen Therapie (Nach Therapieende war keine Viruslast nachweisbar)
Die Standardtherapie mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin
Zitatquelle: “In weltweit durchgeführten Studien konnte nachgewiesen werden, dass für die Behandlung von chronischer Virushepatitis C die Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin derzeit die erfolgreichste Behandlungsmethode ist.”
Interferone (engl. to interfere: eingreifen, sich einmischen), sind Eiweiß-Zucker-Verbindungen (Glykoproteine), welche vom Immunsystem in weißen Blutkörperchen gebildet werden, um der Vermehrung des Virus entgegen zu wirken. Interferon alfa ist der Botenstoff bei der Bekämpfung von Hepatitis C-Viren und wirkt immunstimulierend, antiviral und antitumoral. Durch eine Interferon-Therapie wird das Immunsystem unterstützt im Kampf gegen das Hepatitis B & C -Virus.
Über Monate hinweg 3 x Woche unter die Haut gespritzt führt die Therapie bei ca. 30 % der Behandelten zu einer Besserung der Hepatitis B. Eine konsequent durchgeführte Therapie erhöht die Heilungschance um ca.10 %.
Pegylierte Interferone (Depotpräparate) können 1 x Wo. in die Oberschenkel oder in der Bauchregion unter die Haut gespritzt werden. Pegyliertes Interferon alfa hat eine gesteigerte Wirksamkeit durch eine Art Schutzmantel aus Poly-Ethylen-Glykol-Ketten. Pegylierung ist die Ankopplung dieser PEG-Ketten an das Interferon alfa-Molekül, wodurch es langsamer, gleichmäßiger und dabei mit hohem Wirkspiegel im Blut abgebaut wird.Die Therapie mit pegyliertem Interferon wird durch den gleichmäßigen Wirkspiegel und die Hemmung der Vermehrung des Virus besser vertragen und bringt höhere Heilungserfolge.
Kombinationspräparat Ribavirin
Alles rund um den Welthepatitistag 2008 und fundierte Informationen zur Hepatitis C sind auf www.hepatitis-c.de zu finden
Quellen:
(1) Quelle: http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Hepatitis/Ursachen/Hepatitis-A-Ursachen-7907.html



