E-Paper, der Tod der Zeitung?
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Bereits seit 30 Jahren versuchen Forscher das Papier zu ersetzen. Ein Schlagwort dazu wäre wohl: „Das Papierlose Büro.“ Bis heute ist dies jedoch niemandem gelungen. Große Unternehmen arbeiten inzwischen mit Scanzentren zusammen, die den gesamten eingehenden Schriftwechsel elektronisch erfassen und dann an den entsprechenden Empfänger schicken. Leider hält die Bildschirmtechnik, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wird, hiermit nicht Schritt. In Europa ist immer noch das A4-Hoch-Format Standard, der Monitor stellt aber im günstigsten Fall ein Quer-Format zur Verfügung. Das lesen eines solchen Dokumentes setzt also ständiges Scrollen voraus. Hierzu kann die Elektronikindustrie mit neuen Erfindungen aufwarten:
den E-Book-Lesegeräten:
Dies sind nur die Problemchen, die im Büro in Erscheinung treten. Das weitaus meiste Papier wird für den Buch- und Zeitungsdruck verbraucht. Weltweit wurden 2007 über 381 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Kartonagen produziert. Wenn man bedenkt, dass für eine Tonne Papier 9 Urwaldbäume sterben müssen, kann man sich leicht ausrechnen, welche Flächen pro Jahr verloren gehen.
Ein kleines Rechenbeispiel:
381.000.000 x 9 = 3.429.000.000 (Dreimilliardenvierhundertneunundzwanzigmillionen) Bäume.
Eine erschreckende Zahl, nicht wahr? Gehen wir von 25 bis 50 Quadratmeter Fläche aus, die so ein Baum an Platz benötigt, um gesund zu wachsen, macht das eine gerodete Fläche von 85.725.000.000 Quadratmeter oder 85.725.000 Quadratkilometer. Dies ist 240 mal die Fläche Deutschlands.
Ein Bericht der Deutschen Welle über Maßnahmen zum Schutz der Wälder:
Bei diesen erschreckenden Zahlen fragt man sich, wieso die Entwicklung des E-Paper, oder elektronischen Papier, so schleppend verläuft. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung des LCD-Bildschirms in etwa zur gleichen Zeit begonnen hat. Nun, zum einen liegt es vielleicht daran, das LCD-Bildschirme inzwischen vorwiegend in der Unterhaltungsindustrie angewandt werden und zum anderen daran, dass nicht so viele verschiedene Unternehmen von einem Wechsel betroffen waren, wie es bei der Papierindustrie der Fall wäre.
Am Papierhandel verdienen viele Unternehmen mit. Nicht so sehr der Holzfäller im Urwald von Brasilien, sondern vielmehr die ganzen europäischen und amerikanischen Zwischenhändler, Verarbeiter und Produktionsbetriebe. Papier ist immer noch eines der besten Produkte, die man in seinem Sortiment haben kann. Es ist vielseitig und stets gefragt, es wird schnell verbraucht und muss immer wieder neu beschafft werden. Denken Sie nur einmal an das Toilettenpapier, wie viel verbrauchen Sie?
Genaue Zahlen findet man leider auch im Internet nicht, aber die Schätzungen gehen von 1,5 bis 60 Kilometer pro Jahr. P.S.: Ein Blatt hat eine Länge von 13 cm.
Im Gegensatz zu Fernsehern, ist ein Blatt Papier ein Cent-Artikel, nicht mal. Dies macht es den Entwicklern so schwer, gegen die Papierlobby zu bestehen. Erst im September wurde in Dresden das erste Werk zur Produktion von E-Paper in Deutschland eröffnet, dabei sind die Anwendungsmöglichkeiten inzwischen richtig enorm.
Was ist eigentlich E-Paper, und was ist der Unterschied zum LCD-Bildschirm?
E-Paper ist der Gedanke, die Darstellung des gewünschten Inhaltes genauso wiederzugeben, wie er auf dem Papier erscheint. Dies ist mithilfe eines LCD-Displays auch heute noch nicht möglich, da dieses mit Pixeln in unterschiedlichen Farben arbeitet. Weiterhin ist ein LCD-Bildschirm viel schwerer, als das E-Paper. Es gibt prinzipiell zwei Techniken bei der Herstellung von E-Paper:
1.Die Verwendung von zweifarbigen Kunstoffkügelchen, welche beim Anlegen von Spannung ihre Richtung wechseln und so die gewünschte Farbe zeigen.
2.Die Verwendung von Farbpigmenten in einer öligen Flüssigkeit, welche je nach Spannung an die Oberfläche steigen oder wieder sinken. So sind auch farbige Darstellungen möglich.
Die funktionsweise des E-Paper:
Leider hat diese Technik auch noch ihre Nachteile. Je nach Technik benötigt die Anzeige bis zu 300 Millisekunden, um die Ansicht zu wechseln. Im Gegensatz zu LCDs, bleibt diese Ansicht jedoch erhalten sobald die Spannung weg fällt. Das E-Paper benötigt diese nämlich nur zum Wechseln der Ansicht und nicht zur dauerhaften Darstellung.
Der wichtigste Vorteil von E-Paper ist jedoch die kontrastreiche und klare Darstellung von Texten. Die Zukunft wird mit Sicherheit Weiterentwicklungen bringen, in denen die Einbindung von Videosequenzen ein leichtes ist. Nun ist es nicht so, dass das E-Paper noch in den Kinderschuhen steckt und einer elitären Gesellschaft vorbehalten ist. Diverse Unternehmen der Unterhaltungsindustrie haben bereits Lesegeräte herausgebracht, welche zwischen 300 und 600 Dollar kosten. Amazon hat es vorgemacht: In den USA gibt es bereits seit 2006 den „Kindle“. Dies ist ein kompaktes Lesegerät, das in jede Tasche passt. In Verbindung mit einem Mobilfunkunternehmen kann der Nutzer sich die aktuelle New York Times herunterladen, oder im Amazon-Store inzwischen über 18.000 Buchtitel als E-Books kaufen. Mobilfunk-Gebühren fallen hierbei nicht mehr an, da diese im Kaufpreis von 399 Dollar bereits enthalten sind. Leider ist die Markteinführung in Europa noch nicht gesichert, da das amerikanische Gerät ein anderes Übertragungsverfahren als in Europa üblich nutzt.
Eine kleine Präsentation von Amazons Kindle (englisch):
Aktuell kann der amerikanische Leser bereits das erste Magazin in Händen halten, welches sich, zumindest in Teilen, der neuen Technik des E-Papers bedient:
Lassen wir uns überraschen, welche bahnbrechenden Erfindungen uns auf dem Weg zur Papierlosen Umwelt noch über den Weg laufen.
Andreas Voetz
| von: Andreas Voetz |
Themenbereich: Stichworte: |
Innovationen Amazon Kindle, E-Book Reader, E-Paper, Innovationen, Testberichte |
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