Dicke Kinder
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Wie helfe ich meinem Kind abzunehmen?, fragen sich immer mehr Eltern. Unsere Kinder sind unsere Zukunft und unsere Zukunft bedeutet weg von Diäten, hin zur natürlichem Essverhalten und gesunder Körperwahrnehmung.
“Aktuelle Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegen, dass die Fettleibigkeit bei Kindern weltweit zunimmt. Bis zu 177 Millionen Mädchen und Jungen müssten deshalb bereits mit gesundheitlichen Problemen rechnen. Nach WHO-Schätzung werden bis zum Jahr 2015 etwa 2,3 Milliarden Menschen über 15 Jahren übergewicht haben. Nach Auffassung mehrerer Organisationen sind auf Kinder zugeschnittene Werbekampagnen für diese Entwicklung verantwortlich.”(1)
Verschobene Selbstwahrnehmung durch Schlankheitswahn bei 7-jährigen Mädchen!
Damit die Mädchen nicht daran glauben was die “Pro-Ana” Internetbewegung propagiert, setzen sich immer mehr Initiativen durch. Denn immer mehr junge Mädchen hungern und haben die Überzeugung, dass dünn sein bedeutender ist als gesund zu sein!
DIE 10 GEBOTE DES HUNGERLEIDENS::..
- Wenn ich nicht dünn bin, kann ich nicht attraktiv sein!
- Dünn sein ist wichtiger als gesund sein!
- Ich muss alles dafür tun, dünner auszusehen/ zu sein!
- Ich darf nicht essen ohne mich schuldig zu fühlen!
- Ich darf keine “Dickmacher” essen ohne hinterher Gegenmaßnahmen zu ergreifen!
- Ich soll Kalorien zählen und meine Nahrungszufuhr dementsprechend regulieren!
- Die Anzeige der Waage ist wichtiger als alles andere!
- Gewichtverlust ist GUT, Zunahme ist SCHLECHT!
- Du bist NIE zu dünn!
- Nahrungsverweigerung und dünn sein sind Zeichen wahren Erfolgs und Stärke!
Auf der anderen Seite beobachten immer mehr Menschen wie Ihre Kinder vollkommen die Kontrolle über Ihr Essverhalten verlieren. Als Antwort werden bereits bei Kindern operative Eingriffe empfohlen:
“Übergewicht: Letzter Ausweg Magenband. Als letzten Ausweg betrachtet die Behörde operative Eingriffe. Bei Erwachsenen ist diese Empfehlung nichts Neues. Die Richtlinien raten dazu aber auch bei Kindern, die nach der Pubertät stark übergewichtig sind und weitere Risikofaktoren aufweisen wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck. Wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben und die Kinder psychologisch untersucht wurden, sollen Ärzte ihnen künftig den Magen verkleinern dürfen. “(2)
Es herrscht eine hohe Aufruhr wegen der in der Kinderprogramm – Werbung ständig präsenten “mangelhaften und mit Zusatzmitteln belasteten Nahrungsmitteln”, die speziell und enorm aggressiv auf Kinder gerichtet ist. Leider ist die meist angewandte Verbotsmethode solcher Nahrungsmittel genau das was die Lust der Kleinen darauf enorm verstärkt.
Ich möchte gerne auf eine hochinteressante Internetseite aufmerksam machen, die fundierte Informationen über die “Ernährungssituation von Schulkindern” gründlich erörtert. Hier werden Daten und Vergleiche sowie umsetzbare Hilfstipps vorgestellt.
“Lebensmittel, die verboten sind oder deren Verzehr von den Eltern sehr restriktiv gehandhabt wird, können für Kinder eine enorme Attraktivität erlangen. So führt z. B. ein strenges Süßigkeitenverbot oft zu regelrechtem Heißhunger auf Süßes. (Diesen Heißhunger-Effekt empfinden auch viele Erwachsene, die eine rigorose Diät praktizieren.)”(3)
Verbote helfen also nicht… Es ist so, dass der Appetit auf bestimmte Lebensmittel erst dann enorm steigt, wenn man gerade eine Diät macht. Wir sind dann zumeist selbst über unsere “Lust” erstaunt, zumal uns zuvor diese Lebensmittel keinen Deut interessiert haben, wobei sie während einer Hungerkur das Wichtigste Thema des Tages werden können. Wie sollen wir unsere Kindern vor dem Verzehr “süchtig machender und nährstoffarmer” Nahrungsmittel fern halten?
“Kinder lernen am Vorbild: Bis zum Schuleintritt sind die Eltern die wichtigsten Vorbilder ihrer Kinder. Auch im Grundschulalter können Eltern sowie die Lehrkräfte das Ernährungsverhalten noch beeinflussen. Sie treten ihren Einfluss jedoch zunehmend an die Peer Group der Gleichaltrigen sowie an Idole aus der Medienwelt ab (10). Werbung beeinflusst auch die Einschätzung der ernährungsphysiologischen Qualität von Lebensmitteln. Die Schüler schätzen spezielle Kinderlebensmittel häufig als gesund ein. So sind z. B. 60 % der 6- bis 7-Jährigen davon überzeugt, dass Kinderschokolade gesünder sei als andere Schokolade. Neben der Werbung beeinflussen allerdings weitere Faktoren die Produktauswahl, wie z. B. der Einfluss von Freunden, die Aufmachung des Produkts und seine Präsentation im Geschäft. Produkte aus der Lebensmittelwerbung werden nämlich von Kindern, die die entsprechenden Werbespots kaum kennen, fast genauso oft verzehrt wie von den Kindern, die mit der Produktwerbung vertraut sind (5).(3)
Eine interessante Entdeckung und Bestätigung meiner Vermutung, dass meine regelmäßigen Essgedanken beim Fernsehgucken kein Hirngespinst, sondern eine gezielte Werbestrategie der Industrie sein könnte. “Im Kino sehen wir 24 einzelne Bilder (Belichtungen) pro Sekunde. Diese schnelle Sequenz bewirkt nicht nur die Illusion der Bewegung, sondern ermöglicht auch die so genannte unterschwellige Reklame, bei der ein oder mehrere Belichtungen pro Sekunde, die nicht zum Film gehören, dazu dienen können, Bilder von Produkten oder andere Verkaufssymbole aufblitzen zu lassen. Die äußere Vernunft kann sie nicht sehen, aber der – unbewusste – Teil des Bewusstseins sieht sie dennoch und reagiert auf sie.”(4)
Essstörungen und die daraus resultierenden gesundheitlichen Beschwerden wie: Übergewicht oder Unterernährung, haben verschiedene Ursachen. Eine der Ursachen ist der gesellschaftliche Einfluss, der vornehmlich durch die Medien bestimmt wird. Solange die Medien einen solch enormen Einfluss auf die Entwicklung der Meinung und Glaubensmuster unserer Kinder haben, sollten diese auch kritisch unter die Lupe genommen werden. Und zwar nicht von nur von den Politikern, sondern in erster Instanz von uns Eltern.
Die Politikerinnen rufen zur gemeinsamen Kampagnien für ein gesundes und natürliches Essverhalten auf:
“Mehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jüngsten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56% Prozent der 13- bis 14Jährigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dünner sein. 63% Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden. Diese Zahlen beunruhigen (http://www.kiggs.de/)”.
“Wir wollen die jungen Menschen in ihrem Alltag erreichen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht die Aufklärung.
Prävention von Essstörungen wie: Magersucht oder Bulimie gehört in die Schule, in die Jugendarbeit, in die Sportvereine, in die Gespräche zwischen Arzt bzw. Ärztin und Patientin bzw. Patient. Die Entwicklung eines positiven Körpergefühls als ein wichtiger Schutzfaktor vor Essstörungen ist ein integraler Bestandteil unserer Maßnahmen zur Sexualaufklärung für Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren. Zur Unterstützung hat die BZgA umfangreiches Informationsmaterial entwickelt (http://www.bzga-essstoerungen.de/) und ein Beratungstelefon eingerichtet (0221 – 802031).”(5)
Allein in Deutschland leiden über 3,8 Millionen Menschen an Essstörungen und deren Folgen! Wir leiden daran, was wir jeden Tag tun müssen, denn Essen ist kein Suchtmittel, welches man meiden kann, wie Alkohol oder Drogen. Nein, unser Leben hängt vom Essen ab und Essen ist zunehmend unser Problem! Um herauszufinden, ob Sie ein Problem mit unserem “täglich Brot” haben, beantworten Sie ehrlich für sich (und Ihr Kind) folgende Fragen:
- Sind Gedanken um Ihre Figur und das Essen ein täglicher Begleiter von Ihnen?
- Haben Sie immerzu das Gefühl, zu dick zu sein?
- Überfallen Sie regelmäßig Heisshunger oder Zuckersucht, denen Sie immer weniger widerstehen können?
- Haben Sie immerzu Angst davor, noch mehr zuzunehmen? Ist das Abnehmen jedes Jahr vom Neuen Ihr erster Vorsatz zu Silvester?
- Verzichten Sie wegen Ihres Gewichtes auf gesellschaftliche Zusammentreffen?
- Versuchen Sie sich immer wieder die Last runter zu hungern?
- Haben Sie Angst, dass wenn Sie aufhören Ihr Essen zu kontrollieren, Sie zunehmen werden?
- Können Sie nicht mehr aufhören, Kalorien zu zählen oder gedanklich die Ess-Punkte nachzuschlagen?
- Ist das Essen zunehmend ein Ersatz für andere Dinge in Ihrem Leben geworden?
- Essen Sie sich aus Frust Pfunde an und bekommen bei Diäten unerklärbaren Heisshunger?
- Meinen Sie, wenn Sie sich satt essen, werden Sie immer dicker?
- Hängt Ihre Laune von Ihrem momentanen Gewicht oder Ihrem aktuellen Essverhalten ab?
- Sind die Figur und das Aussehen zu einem Mittelpunkt Ihres Lebens geworden?
Ich wiege 61,5 kg bei 173 cm ( BMI 20,5 )!
Ich mache eine Stunde Sport am Tag, esse 1800-2000 kcal am Tag und ich bin gesund!
Eine Die Teilnehmerin des Online -Seminars “Esslust statt Essfrust” schrieb:
Ich habe das Online Seminar mitgemacht und habe jede Woche mit Begeisterung den Stoff zu Lesen in mich aufgenommen. Meine Kinder sind auch beide ein wenig pummelig und würden gern Gewicht reduzieren…also dachte ich, gebe ich mal das Informationsmaterial weiter. War aber enttäuscht, als sich so recht nicht das Interesse einstellte, es war ihnen viel zu viel und zu lang zu lesen. Aber es hat sich ergeben, daß wir immer mal wieder über die wichtigsten Dinge gesprochen haben sie erläutert haben, besonders, nachdem bei mir erste Erfolge sichtbar wurden. Weil ich eben Gewicht verlor und dabei ALLES essen konnte, was ich wollte!
Ende Oktober fing meine Tochter ernsthaft an, nur noch zu essen, wenn sie Hunger hatte. Wenige Tage später kam sie erstaunt auf mich zu und meinte, schon verwunderlich, wie wenig man bräuchte, wenn man nur ißt, wenn man Hunger hat…sie stellte erstaunt fest, wie oft wir früher zwischendurch auch zu sämtlichen Mahlzeiten gegessen haben, ohne wirklich Hunger zu haben.
Gestern fiel mir auf, daß ihre Hose arg schlotterte…und auf meine Nachfrage gab sie verschmitzt zu, 4,5 Kilo verloren zu haben!!!
Ohne Einschränkungen, ohne Hunger…
Sie ißt Süßigkeiten,
Sie ißt Weihnachtskekse…
Ich freue mich wahnsinnig und bin total stolz auf Sie!
Und ich habe Ihr versprochen, wenn sie ihre Eßgewohnheiten so beibehält, wird Sie nie wieder dick werden!!
…weil ich weiß, daß es funktioniert… !!
Ich habe noch einen längeren Weg vor mir, von mir gibt es noch einen Erfahrungsbericht…wenn Zeit dafür ist!
Dieses Seminar war daß Beste, was mir passieren konnte, weil ich so die erzieherischen Ernährungsfehler der Kindheitmeiner Kinder (auch meiner), der Vergangenheit meiner Kinder nochmal korrigieren konnte!
Serenity
Gemeinsam sind wir stark, alleine noch längst nicht schwach.
(Sarah Razak, *1975, Nachdenkerin)
Quellen:
(2) http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:%DCbergewicht-Dicke-Kinder-Messer/579816.html
(3) http://www.grundschulernaehrung.bayern.de/katalog/jugend05.htm
(4) Dr. med. W. Brugh Joy in seinem Buch “Der Weg der Erfüllung. Selbstheilung durch Transformation”
(5) http://www.bmbf.de/press/2203.php
| von: Isabell Voetz |
Themenbereich: Stichworte: |
Familie anorexie, Familie, Kinder, magersucht, pro ana |
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