Burnout: Ein Rennen ohne Ziel
Das Burnout- Syndrom ist momentan die populärste Nichtkrankheit, die zur Krankheit erhoben wird. Denn “to burn out” bedeutet “ausbrennen”. Dabei muss man verdeutlichen, dass das Burnout- Syndrom, eben ein Symptom einer tiefer liegenden Ursache ist, und gewollt oder ungewollt doch von jedem Menschen selbst gemacht ist. Die Menschen die daran leiden, fühlen sich ständig lustlos und müde. Der Antrieb Leistung zu erbringen und die Lust zur Arbeit sind verloren. Allgemeine „Kein Bock Stimmung“ und Melancholie beherrschen die Gefühlswelt.
Wie wir wissen, hat der Körper einen Schutzmechanismus gegen jeden Missbrauch. So kann man auch verstehen, dass Körper, die von ihren Besitzern an die äußerste Grenzen der Belastbarkeit getrieben werden, nicht gerade mit Euphorie darauf reagieren. Diese Arbeitsunlust ist also ein Versuch gegen den Wahn anzugehen, immerzu und ununterbrochen Leistung erbringen zu wollen.
Die Palette an Befindlichkeitsstörungen eines ausgebrannten Organismus sind: Schlafstörungen, Magen- Darmerkrankungen und desweiteren führt, bei nicht beachten dieser negativen Warnsignale des Körpers, das Ganze zu einem Stopp an Glückshormonproduktion, mit der Folge schwerer bis chronischer Depressionen. Im schlimmsten Falle einhergehend mit Abhängigkeit von Psychopharmaka oder Suchtmitteln, da man sich von außen zu helfen versucht. Das Problem des Burnout Patienten ist das nicht beachten der körpereigenen Warnsignale, bis zum völligen Zusammenbruch der körperlichen Regulationsmechanismen. So kann Freizeit erst einmal gar nicht genossen werden, denn ein Burnout- Patient kann nicht aufhören ständig an seine Arbeit oder die Pflichten anderen gegenüber zu denken. Er schaltet nie ab und wenn plötzlich Ruhe angesagt ist, dreht man durch, oder bricht total zusammen. So sind die typischen Wochenenderkrankungen bereits erste Burnout- Folgen.
Der Körper versucht so lange mitzumachen, bis der Obermeier da oben – “das Gehirn“ – ein wenig die Zügel lockert und das passiert meist am Wochenende. Dann ergreift der Organismus schleunigst die Chance und beginnt mit seinen Reparaturarbeiten, was nicht selten in Müdigkeit und gesteigerten Schlafbedürfnis Ausdruck findet. Wenn man dem Wunsch nach Ruhe nicht folgt, was ein typischer Fall eines Leistungsgeilen Menschen ist, dann erkrankt der Körper und zwingt uns quasi dazu, ins Bettchen zu kriechen und uns auszukurieren, um auch die nächste Hetzrunde lebend zu überstehen.
„Geh Du vor” – sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich?!”
„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben” – sagte der Körper zur Seele.
(Verfasser unbekannt)
Die Menschen sehen ihr Verhaltensdilemma so lange nicht ein, bis es zu körperlichen Mängeln oder Krankheiten kommt. Ohne diese Warnsignale würde man so lange rennen, bis man plötzlich auf der Stelle tot umfällt. Woher ich das weiß? Weil ich selbst eine solche Kandidatin war und immer noch lerne, mit diesem meinem Problem umzugehen.
Was sind die ersten Warnsignale, die man bereits erst nehmen sollte?
- dauerndes Erschöpfungsgefühl
- Atembeschwerden (Enge um die Brust) - Magenschmerzen allg. Verdauungsstörungen
- Reizbarkeit
- unterschwellige Gefühle des Versagens - Mangelndes Interesse an allem
- Konzentrationsstörungen und hohe Fehlerquote ohne sich dies erklären zu können
- Verzweiflung bis hin zu Hoffnungslosigkeit
Warnsignale die man nun wirklich nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen sollte:
- Schlafstörungen
- Herzrasen
- häufige entzündliche Erkrankungen
- Wiederholter Hörsturz, Tinnitus
- Chronische Motivationslosigkeit
Hier eine Definition des Burnout- Patienten aus der Sicht der gesundheitsberatung.de:
ZITAT: “Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit besonders Burnout gefährdet sind:
- Perfektionisten, gemeint sind Menschen, die sehr hohe Anforderungen an sich selbst stellen, alles perfekt machen wollen und sich (übertrieben) hohe Ziele setzen, egal ob im Beruf, im Privaten, im Hobby oder in der Liebe
- Helfer, gemeint sind Menschen, die sich mit einem ausgeprägten Helfersyndrom verschleißen, da sie für alle und jeden ein offenes Ohr haben, für andere immer da sind und so sich mehr zumuten, als es ihre Kräfte erlauben. Wenn sie anderen helfen können, fühlen sie sich wichtig und gebraucht.
- Menschen, die nicht “Nein” sagen können. Hierbei handelt es sich um Menschen, die sich schwer tun, anderen etwas abzuschlagen, es mangelt ihnen an Selbstbewusstsein, Grenzen zu setzen, sie möchten es allen immer Recht machen, da sie Angst vor Konflikten haben.”
Was sind Ursachen des Burnout- Syndroms und welche Hintergrundhebel werden getätigt?
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Menschen die daran erkranken, haben ein geringes SelbstWERTgefühl, wodurch sie immerzu das Bedürfnis haben, die Bestätigung von Außen bekommen zu müssen. Das hat zur Folge, dass die Ziele, die gesetzt werden, immer höher werden und man diese nicht erreichen kann. Warum? Die erwartete Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bestätigung von den anderen, wird (wenn sie auch aufkommt) nicht anerkannt, oder einfach nicht wahrgenommen.
Warum? Weil man sich selbst nicht eingestehen kann gut zu sein, denn Menschen mit einem Mangel an SelbstWERT denken, sie seien nichts wert und erlauben sich nicht etwas aus eigener Hand als wertVOLL zu erachten. So scheitert man immer wieder an sich selbst und beginnt immer schneller zu rennen. Es ist wie ein verheerender Lauf einen Berg hinunter. Ausprägungen eines Burnout- Syndroms sind Workoholismus, exzessive Sportbetätigungen, Selbstaufgabe, Griff zu Suchtmitteln wie Alkohol, Drogen, Essen oder Tabletten. Der Mangel an Anerkennung und positiver Rückmeldung, der letztendlich Folge eines solchen Verhaltens wird, steigert das Dilemma.
Wenn der Mensch nicht beginnt darüber nachzusinnen, warum das Bedürfnis immerzu perfekt sein zu wollen da ist, und was es einem wirklich bringt, wird der Berglauf so schnell, dass er stolpert und fällt. Doch wer schon mal die Dummheit beging einen Berg hinunter zu laufen weiß, dass man weiter herunter stürzt. Knochen brechen, Haut schürft auf, doch man fällt weiter und weiter. Das führt dazu, dass man nur noch Pein spürt und man das Gefühl hat, in der täglichen Routine zu ersticken. Nichts macht mehr Spaß, alles scheint sinnlos, man fühlt sich nicht mehr herausgefordert, sondern nur noch überfordert.
“Reichtum, Ansehen, alles kann man verlieren,
aber das Glück im eigenen Herzen kann nur verschleiert werden und wird immer,
so lange, wie Du lebst, Dich wieder glücklich machen.”
Anne Frank (1929-1945), jüdische Bankierstochter (Das Tagebuch der Anne Frank)
Isabell Butzek







